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Vergabeverfahren

Hinweis: Die Ausführungen beziehen sich auf die revidierten Beschaffungserlasse von Bund und Kantonen. Die Kantone treten voraussichtlich im Laufe der Jahre 2021/2022 der revidierten IVöB bei.

 
Wettbewerbe und Studienaufträge

Der Wettbewerb

Wettbewerbe unterscheiden sich von «gewöhnlichen» Submissionen vor allem durch die anonyme Durchführung und die Beurteilung durch ein unabhängiges Expertengremium. Sie weisen den Vorteil auf, dass sie mehr Raum für innovative Planung lassen und der Vergabestelle die Evaluation verschiedener Lösungen in konzeptioneller, gestalterischer, ökologischer, wirtschaftlicher oder technischer Sicht ermöglichen. Der Wettbewerb ist damit vor allem bei grösseren und bedeutenderen Bauvorhaben ein geeignetes Instrument, um qualitativ hochstehende Projektvorschläge zu erhalten und die geeignete Fachperson zur Realisierung zu finden. In der Praxis überwiegen die Architekturwettbewerbe. Ingenieurwettwerbe werden vor allem dort durchgeführt, wo neben den technischen und funktionellen Anforderungen hohe Massstäbe an die Ästhetik gestellt werden, beispielsweise im Brückenbau.

Wettbewerbsverfahren sind grundsätzlich anonym durchzuführen, wobei unter neuem Bundesrecht die Anonymität aufgehoben werden kann, wenn sich die Auftraggeberin dies in der Ausschreibung vorbehalten hat (Art. 17 Abs. 3 VöB). Mit der Aufhebung der Anonymität haben die Auftraggeberin und das Expertengremium den Grundsätzen der Gleichbehandlung und der Transparenz verstärkt Beachtung zu schenken. Die Auftraggeberin hat unter anderem im Wettbewerbsprogramm den Ablauf des Verfahrens genau zu umschreiben und Besprechungen vollständig zu protokollieren.